Massivwand
Kalksandstein 17,5 cm, beidseits Putz 15 mm. Klassifizierung F90 A nach DIN 4102 Teil 4.
Wann ein konstruktiver Nachweis nötig ist, wie er nach DIN 4102 oder DIN EN 13501 geführt wird und welche Bauteilbeispiele typisch sind.
Ein konstruktiver Nachweis ist immer dann nötig, wenn die Bauteile nicht direkt aus den Tabellen der Landesbauordnung übernommen werden. Das ist häufig bei Holzhybrid, Sicherheitstreppenraum, Sonderbauteilen oder bei Bestand mit unbekannten Aufbauten der Fall.
Im Wohnungsbau bis Gebäudeklasse 3 reicht in der Mehrzahl der Vorhaben der tabellarische Nachweis. Sobald in Gebäudeklasse 4 oder 5 mit Holzbau gearbeitet wird, ist ein konstruktiver Bauteilkatalog Standard, weil die Klassifizierung K2 60 nur über Bauteilprüfungen oder Bauartgenehmigungen gelingt.
Auch bei Bestandsbauten mit unbekannten Wandaufbauten kommt der konstruktive Nachweis zum Einsatz. Hier wird der Aufbau aus Bestandsplänen oder Bohrproben rekonstruiert und einer Klassifizierung zugeordnet.
Die deutsche DIN 4102 klassifiziert Baustoffe und Bauteile nach Brandverhalten und Feuerwiderstand. Die europäische DIN EN 13501 ergänzt diese Klassifizierung. Beide Werke werden in den eingeführten Technischen Baubestimmungen referenziert und sind in der Praxis nebeneinander gültig.
Klassifiziert Baustoffe nach Brandverhalten in Klassen A1, A2, B1, B2, B3.
Tabellarische Zuordnung von Bauteilen, etwa Wand und Decke, zu Feuerwiderstandsklassen F30 bis F180.
Klassifiziert Baustoffe nach europäischer Methodik in Klassen A1, A2, B, C, D, E, F.
Klassifiziert Bauteile nach REI 30, REI 60, REI 90 etc. mit Tragfähigkeit, Raumabschluss und Wärmedämmung.
Kalksandstein 17,5 cm, beidseits Putz 15 mm. Klassifizierung F90 A nach DIN 4102 Teil 4.
KVH 60 mal 100 mm, beidseits 2 Lagen GKF 12,5 mm, Mineralfaser dazwischen. F30 B mit Bauteilprüfung.
CLT 140 mm, schwimmender Estrich 60 mm auf Trittschalldämmung. K2 60 mit Bauartgenehmigung.
In der Praxis entscheiden Anschlüsse über die Wirksamkeit des Brandschutzes. Eine F90 Wand verliert ihre Eigenschaft, wenn der Anschluss an die Decke offen bleibt. Der konstruktive Nachweis dokumentiert diese Stellen mit Schnittzeichnung und Verweis auf zugelassene Materialien.
Stoffschlüssig anbinden, Fugen mit zugelassener Brandschutz Spachtelmasse oder Mineralfaser hinterstopfen.
Geschossschotts mit Verwendbarkeitsnachweis, etwa Brandschutzkissen, Mörtelschotts oder geprüfte Module.
Werksabnahme nach DIN 18095 für rauchdicht selbstschließend, T30 oder T90 nach DIN 4102 Teil 5.
Abschotten mit zugelassenem System, je nach Material Kabel, Rohr, Lüftung unterschiedliche Lösungen.
Bauteil aus DIN 4102 Teil 4 übernehmen, Bezug auf Tabelle und Aufbau angeben.
Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des DIBt, Zulassungsnummer und Anwendungsbereich angeben.
Allgemeine Bauartgenehmigung oder Zustimmung im Einzelfall, mit Verweis auf Prüfung und Geltungsbereich.
Ein Mehrfamilienhaus in Gebäudeklasse 4 mit Brettsperrholzdecken muss die Klassifizierung K2 60 belegen. Der konstruktive Nachweis dokumentiert den Aufbau aus 140 mm CLT, Beplankung 2x18 mm Gipsfaser und schwimmendem Estrich.
Der Verweis auf eine Bauartgenehmigung des Herstellers macht die Klassifizierung prüffähig. Anschlussdetail an die Brandwand wird gezeichnet. Schottung der Lüftungsleitung im Treppenraum mit zugelassenem Modul. Damit ist der Nachweis vollständig.
Ein konstruktiver Nachweis lebt vom Detail. Wer Wandaufbauten ohne Prüfquelle dokumentiert, scheitert in der Regel an der Bauaufsicht. Im Holzbau gehört die Bauteilprüfung in den Anhang, im Massivbau reicht häufig der Verweis auf DIN 4102 Teil 4.
Achten Sie auf konsistente Bezeichnungen. Wand W1 im Bauteilkatalog muss Wand W1 im Plan und im Schnitt sein. Eine doppelte Vergabe oder eine Lücke führt zu Rückfragen, die in der Bearbeitung teuer werden.
Schottungen sind das praktische Kernstück. Ein zugelassenes System mit Verwendbarkeitsnachweis hat einen klaren Anwendungsbereich, der im Nachweis genannt werden muss. Eine improvisierte Lösung ist nicht prüffähig, auch wenn sie technisch funktional aussieht.
Beim konstruktiven Nachweis ist der Geltungsbereich der zugrunde liegenden Prüfung wichtig. Eine Bauteilprüfung gilt nur für den geprüften Aufbau, kleine Abweichungen wie eine zusätzliche Beplankung oder eine andere Dämmstoffdicke führen formell außerhalb der Klassifizierung. Wer abweicht, dokumentiert das mit einer Zustimmung im Einzelfall oder mit einer eigenen Bauartgenehmigung.
Aussage F30 ohne Verweis auf DIN, Zulassung oder Bauartgenehmigung ist nicht prüffähig.
Wand zu Decke Anschluss fehlt in der Schnittzeichnung. Beim Brandüberschlag entscheidende Stelle.
Klassifizierung F90 ohne Klärung, ob die Anwendung des Herstellers den Bauteilfall trifft.
Mörtelschott angegeben, aber kein zugelassenes System genannt. Bauaufsicht fragt nach.
Bauteilkatalog Beispiel.
Holzhybrid mit K2 60.
Bauteile F90 und Detailnachweise.
Konzept mit konstruktivem Bauteilkatalog.
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Ein Nachweis, bei dem Bauteile nicht aus der Tabelle der Landesbauordnung übernommen, sondern individuell über Aufbau, Klassifizierung und Verweis auf Prüfung dokumentiert werden.
Bei Holzhybrid, Sicherheitstreppenraum, Sonderbauten oder Bestand mit unbekannten Aufbauten. Im Wohnungsbau bis GK 3 in der Regel nicht zwingend.
DIN 4102 Teil 1 und 4 für Baustoffe und Bauteile, DIN EN 13501 als europäisches Pendant, eingeführt über die Technischen Baubestimmungen.
Über Tabellen aus DIN 4102 Teil 4, allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des DIBt oder allgemeine Bauartgenehmigung.
Anschluss Wand zu Decke, Schächte, Türen, Leitungsdurchführungen. Hier scheitern Nachweise am häufigsten.
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