Brandschutznachweis 24
Gebäude über 13 m

Brandschutznachweis Gebäudeklasse 5

Anforderungen für Wohn und Bürogebäude über 13 Meter Höhe, mit Bauteilen F90 und häufiger Notwendigkeit eines Sicherheitstreppenraums.

Definition

Was Gebäudeklasse 5 bedeutet

Gebäudeklasse 5 erfasst alle Gebäude, die in keine andere Klasse fallen: Gebäude über 13 Meter Höhe, Gebäude über 7 Meter mit einer Nutzungseinheit über 400 Quadratmeter und unterirdische Gebäude. Eine Obergrenze hat die Klasse nicht. Tragende Wände, Decken und Trennwände müssen feuerbeständig sein, also F90, die Wände notwendiger Treppenräume in der Bauart von Brandwänden. Der Brandschutznachweis muss nach § 66 Abs. 3 MBO bauaufsichtlich geprüft oder von einem Prüfsachverständigen bescheinigt sein.

Häufig wird in GK 5 ein Sicherheitstreppenraum gebaut. Das Brandschutzkonzept beschreibt zusätzlich die Sicherheitstechnik wie Brandmeldeanlage, Rauchabführung und Feuerwehraufzug, sofern erforderlich.

Über 22 Meter ist das Gebäude zusätzlich ein Hochhaus und damit ein Sonderbau nach § 2 Abs. 4 MBO, für den weitere Anforderungen gelten. Der Übergang aus GK 5 ist daher in der Detailbetrachtung wichtig, die Höhenermittlung wird sorgfältig dokumentiert.

Schwellen GK 5
  • Höhe über 13 m oder große Nutzungseinheiten
  • Tragende Bauteile feuerbeständig, F90
  • Sicherheitstreppenraum häufig erforderlich
  • Nachweis geprüft oder bescheinigt
Bundesländer

Gebäudeklasse 5 in den Bundesländern

Die Gebäudeklasse 5 ist die Auffangklasse für sonstige Gebäude einschließlich unterirdischer Gebäude, in der Regel oberhalb von 13 Metern Höhe. Sie steht in allen sechzehn Ländern in Paragraf 2 der Landesbauordnung und übernimmt die Musterbauordnung.

Oberhalb von 22 Metern bleibt das Gebäude in Gebäudeklasse 5, ist aber zusätzlich ein Hochhaus und damit ein Sonderbau mit eigenen Anforderungen. Diese Grenze gilt bundesweit. Baden-Württemberg führt die Gebäudeklasse 5 wortgleich und ordnet das Hochhaus als Sonderbau in Paragraf 38 der Landesbauordnung ein.

RegelungFundstelleGebäudeklasse 5 und Hochhaus
Musterbauordnung§ 2 Abs. 3 MBOsonstige Gebäude einschließlich unterirdischer, etwa über 13 m oder mit Nutzungseinheit über 400 m²
Hochhaus§ 2 Abs. 4 Nr. 1 MBOüber 22 m, keine eigene Gebäudeklasse, sondern Sonderbau
Baden-Württemberg§ 2 Abs. 4 und § 38 Abs. 2 Nr. 1 LBOGebäudeklasse wortgleich, Hochhaus als Sonderbau in § 38 Abs. 2 Nr. 1
Übrige Länder§ 2 der jeweiligen LBODefinition wie Musterbauordnung

Die Grenze von 22 Metern misst sich wie bei den Gebäudeklassen an der Oberkante Fußboden des höchstgelegenen Geschosses mit Aufenthaltsraum über der Geländeoberfläche.

Anforderungen

Bauteile in Gebäudeklasse 5

BauteilAnforderung
Tragende Wände und Stützenfeuerbeständig, F90
Wohnungstrennwandfeuerbeständig, F90
Geschossdeckefeuerbeständig, F90
TreppenraumwandBauart von Brandwänden
Tragende Teile der Treppefeuerhemmend und nichtbrennbar
Notwendiger Flur Wandfeuerhemmend, F30, im Keller feuerbeständig
Wohnungstür zum Treppenraumdicht und selbstschließend
Außenwand an der GrenzeBrandwand, feuerbeständig auch unter mechanischer Beanspruchung, nichtbrennbar
Treppenraum

Sicherheitstreppenraum als Standard

In GK 5 ist der Sicherheitstreppenraum häufig das einzige praktikable Konzept für den zweiten Rettungsweg. Die Aufstellfläche der Drehleiter reicht in dichten Bauungslagen nicht durchgängig bis 22 Meter, eine zweite bauliche Treppe in Form eines Sicherheitstreppenraums löst die Anforderung.

Nach § 33 Abs. 2 MBO muss Feuer und Rauch in den Sicherheitstreppenraum nicht eindringen können. Innenliegend wird er meist mit Vorraum und Druckbelüftung mit gesicherter Stromversorgung ausgeführt, die Einzelheiten ergeben sich aus Landesrecht, technischen Baubestimmungen und Brandschutzkonzept. Wartung und wiederkehrende Prüfungen legen Genehmigung und Landesrecht fest.

Wartung
  • Funktionsprüfung nach Wartungsplan
  • Prüffristen nach Genehmigung und Landesrecht
  • Brandfallsteuerung der Aufzüge eingebunden
  • Dokumentation im Prüfbericht
Sicherheitstechnik

Anlagentechnischer Brandschutz

Mit der Höhe steigen die Anforderungen an Sicherheitstechnik. Brandmeldeanlage, Rauchableitung und Sicherheitsbeleuchtung sind zentrale Bausteine. In Bürobauten und gemischt genutzten Objekten kommen Sprinkleranlagen und Brandschutztore hinzu, vor allem zur Begrenzung großer Brandabschnitte.

Brandmeldeanlage

Schutzumfang nach DIN 14675, wenn Baurecht oder Konzept sie verlangen.

Rauchableitung

Maschinell oder natürlich, je nach Bauteilkonzept und Nutzung.

Feuerwehraufzug

In Sonderfällen erforderlich, Brandfallsteuerung mit eigener Energieversorgung.

Kosten

Kosten in Gebäudeklasse 5

Festpreise starten in GK 5 bei 1.490 Euro für klassische Geschosswohnungsbauten ohne Sondertechnik und reichen bis 3.500 Euro bei komplexen Projekten mit Sicherheitstreppenraum und ergänzender Sicherheitstechnik. Sonderbauten gehen darüber hinaus.

Beispiel

Geschosswohnungsbau, sieben Geschosse

Sieben Vollgeschosse, OKF höchster Aufenthaltsraum 19,80 Meter, 24 Wohneinheiten, BGF 2.480 Quadratmeter. Massivbauweise mit Stahlbetondecken, Sicherheitstreppenraum mit Vorraum und Druckbelüftung. Brandmeldeanlage Kategorie 1 mit Aufschaltung auf die Leitstelle der Feuerwehr.

Der Nachweis ist tabellarisch geführt mit konstruktivem Bauteilkatalog. Ein Prüfsachverständiger bescheinigt den Brandschutznachweis. Der Festpreis mit Sicherheitstreppenraum und Sicherheitstechnik beginnt ab 2.490 Euro.

Eckdaten
  • GK 5, 24 Einheiten
  • 7 Geschosse, BGF 2.480 m²
  • Sicherheitstreppenraum
  • BMA Kategorie 1
  • Festpreis ab 2.490 Euro
Praxis Tipps

Worauf Sie in GK 5 achten sollten

Mit Bauteilen in F90 und Höhe bis 22 Meter ist Gebäudeklasse 5 die anspruchsvollste Klasse außerhalb des Hochhausbereichs. Sicherheitstreppenraum und Sicherheitstechnik prägen den Nachweis. Wer ohne Konzept plant, läuft Gefahr, in die Hochhausgrenze zu rutschen, sobald Höhe oder Nutzung kippen.

Die Brandfallsteuerung der Aufzüge ist in der Praxis ein häufiges Thema. Aufzüge in notwendigen Treppenräumen sind grundsätzlich problematisch. Ein eigener Aufzugsschacht mit T30 Türen und Brandfallsteuerung ist Standard. Bei Sonderfällen wie Feuerwehraufzug kommen Notstromversorgung und Brandfallrückkehrebene hinzu.

Bei der Sicherheitstechnik lohnt sich die frühzeitige Abstimmung mit der unteren Bauaufsichtsbehörde. Ob eine Brandmeldeanlage nötig ist und welche Aufschaltung die örtliche Feuerwehr akzeptiert, klärt das Brandschutzkonzept.

Achten Sie auf wiederkehrende Prüfungen. Druckbelüftung, BMA, RWA und Sicherheitsbeleuchtung müssen in landesrechtlich vorgegebenen Intervallen geprüft werden. Diese Pflichten gehören in das Konzept und in die Übergabe an den Betreiber.

In GK 5 lohnt sich ein Brandschutzkonzept selbst dann, wenn die Landesbauordnung formal nur einen Nachweis verlangt. Inhaltlich greift das Konzept Schutzziele und Sicherheitstechnik präziser, was bei späteren Umnutzungen oder Erweiterungen einen klaren Vorteil bietet. Der Aufwand ist überschaubar, weil viele Inhalte ohnehin im konstruktiven Nachweis stehen.

Brandwände an der Grundstücksgrenze müssen in Gebäudeklasse 5 nach § 30 Abs. 3 MBO auch unter zusätzlicher mechanischer Beanspruchung feuerbeständig sein und aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen; Ersatzwände wie in GK 1 bis 4 sind hier nicht vorgesehen. Zum Dach sind sie 0,30 Meter über die Bedachung zu führen oder mit einer beiderseits 0,50 Meter auskragenden feuerbeständigen Platte abzuschließen. Wer in Holz oder Hybrid plant, dokumentiert die Brandwand zusätzlich mit einer Schnittzeichnung, die den Übergang von Massiv zu Holzkonstruktion zeigt.

Fehlerbild

Häufige Fehler in GK 5

Höhenschwelle übersehen

Ab mehr als 22 Metern ist das Gebäude ein Hochhaus und Sonderbau. Höhe genau ermitteln.

BMA Kategorie unklar

Brandmeldeanlage muss mit Schutzumfang nach DIN 14675 angegeben werden, nicht nur als Stichwort.

Druckbelüftung ohne Notstrom

Sicherheitstreppenraum verlangt Notstromversorgung. Konzept und Ausführung müssen das belegen.

Prüfsachverständiger ignoriert

Nach § 66 Abs. 3 MBO muss der Brandschutznachweis in GK 5 geprüft oder bescheinigt sein. Frühzeitige Einbindung erleichtert das Verfahren.

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FAQ

Häufige Fragen

Was unterscheidet GK 4 und GK 5?

GK 5 umfasst Gebäude über 13 Meter Höhe und Gebäude über 7 Meter mit einer Nutzungseinheit über 400 Quadratmeter, eine Obergrenze gibt es nicht. Tragende Bauteile sind feuerbeständig, häufig wird ein Sicherheitstreppenraum geplant.

Brauche ich einen Prüfsachverständigen?

Nach § 66 Abs. 3 MBO muss der Brandschutznachweis in GK 5 bauaufsichtlich geprüft oder von einem Prüfsachverständigen bescheinigt sein. Welche Form gilt, bestimmt das Landesrecht.

Welche Sicherheitstechnik ist nötig?

Das hängt von Nutzung und Konzept ab. Notwendige Treppenräume brauchen eine Rauchableitung und ohne Fenster eine Sicherheitsbeleuchtung. Je nach Nutzung oder als Ausgleich für Abweichungen kommen Brandmeldeanlage, Sprinkler oder Feuerwehraufzug hinzu.

Was kostet der Nachweis in GK 5?

Festpreise starten bei 1.490 Euro für klassische Geschosswohnungsbauten. Bei Sicherheitstreppenraum und ergänzender Sicherheitstechnik ab 2.490 Euro.

Wann wird aus GK 5 ein Hochhaus?

Bei einer Höhe der OKF höchster Aufenthaltsraum von mehr als 22 Metern. Das Gebäude bleibt in GK 5, ist aber zusätzlich ein Sonderbau mit eigenen Anforderungen.

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Über den Autor

Burak Uzun

Betreiber, redaktionelle Verantwortung · Köln

Verantwortlich für Recherche und Aufbereitung der Inhalte zum Brandschutznachweis nach Landesbauordnungen, MBO und DIN 4102/EN 13501.

Anbieter und Impressum Kontakt Stand: 26. Oktober 2026
Methodik

Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung

Quellenbasis
  • Sonderbauverordnungen (SBauVO NRW, VStättVO)
  • Musterbauordnung MBO
  • Landesbauordnungen der 16 Bundesländer
  • DIN EN 13501 Klassifizierung
  • DIN 4102 Brandverhalten
Aktualisierung

Inhalte werden überprüft, wenn sich Vorschriften, Normen oder Förderlogik ändern. Stand dieser Seite: 26. Oktober 2026.

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