Brandschutznachweis 24
Bauantragsfertig nach Landesbauordnung

Brandschutznachweis online erstellen lassen

Zuletzt geprüft: Mai 2026.

Lageplan und Grundriss reichen. Innerhalb von fünf Werktagen liegt der prüffähige Brandschutznachweis als PDF vor, abgestimmt auf Ihre Gebäudeklasse, Nutzung und Landesbauordnung. Festpreis steht vor der Beauftragung, kein Folgehonorar. Vom Einfamilienhaus über das Mehrfamilienhaus bis zum Sonderbau.

Festpreis
Verbindliches Angebot, kein Folgehonorar.
Bundesweit
Nach Landesbauordnung Ihres Bauorts.
Online Übergabe
PDF zum Bauantrag oder zur Anzeige.
Rechtssicher
Nach Landesbauordnung

Jeder Nachweis folgt der Bauordnung Ihres Bundeslandes, tabellarisch oder konstruktiv, je nach Vorhaben.

Festpreis
Vor der Zusage

Sie wissen, was der Nachweis kostet, bevor Sie unterschreiben. Kein Folgehonorar, kein Stundensatz im Verlauf.

Bauantragsfertig
Prüffähige PDF

Deckblatt, Verzeichnis, Bauteilkatalog und Hinweise zur Baubeginnsanzeige liegen drin. Direkt einreichen, fertig.

Online
Kein Termin vor Ort

Unterlagen verschlüsselt hochladen, Rückfragen per E Mail klären, fertige PDF zurück. Spart Wochen.

ab 390 €
Festpreis
Einfamilienhaus, GK 1, tabellarisch.
5
Werktage
Bearbeitung bei vollständigen Unterlagen.
16
Bundesländer
Nach Landesbauordnung Ihres Bauorts.
14
Themenseiten
Detail zu Gebäudeklasse, Sonderbau, Praxis.
Definition

Was ist ein Brandschutznachweis?

Kurz gesagt ist der Brandschutznachweis das Dokument, mit dem Sie dem Bauamt zeigen, dass Ihr Vorhaben den Brandschutz der Landesbauordnung erfüllt. Er gehört zum Bauantrag und ist bei fast jedem genehmigungspflichtigen Bau Pflicht.

Inhaltlich passieren drei Dinge: Das Gebäude wird einer Gebäudeklasse zugeordnet, daraus folgen die Anforderungen an Wände, Decken und Türen, dann werden Rettungswege und Brandabschnitte beschrieben. Beim Einfamilienhaus reicht eine tabellarische Darstellung, bei Mittel und Großgaragen oder einem Mehrfamilienhaus mit höherer Klasse kommt der konstruktive Teil dazu.

Der Nachweis ist objektbezogen. Eine Mustervorlage hilft bei der Gliederung, sie ersetzt aber nicht die Bewertung Ihres Vorhabens. Jedes Grundstück ist anders, jede Konstruktion auch.

Eingeordnet zwischen Genehmigungsplanung und Baubeginnsanzeige zieht der Nachweis seine Daten aus Lageplan, Grundrissen, Schnitten und Ansichten. Sind die Unterlagen klar gezeichnet, geht das Erstellen schnell. Sind sie es nicht, kommen Rückfragen, und das kostet Wochen.

Nach der Einreichung prüft die Bauaufsicht. Beim Einfamilienhaus läuft das oft formal, ab Gebäudeklasse 4 oder bei einem Sonderbau kommt ein Prüfsachverständiger hinzu. Wer früh weiß, was gefordert ist, reduziert die Bearbeitungszeit deutlich.

Lageplan

Abstandsflächen, Zufahrt, Aufstellflächen Feuerwehr.

Bauteilkatalog

Wand, Decke, Dach, Stütze, Tür, Treppe.

Rettungswege

Erster und zweiter Rettungsweg je Nutzungseinheit.

Typischer Anwendungsfall

Ein Reihenhaus in Gebäudeklasse 2 mit 134 m² Wohnfläche benötigt einen tabellarischen Nachweis mit Bauteilkatalog F30 für tragende Wände, F90 für die Brandwand zum Nachbarn und Anforderungen an Treppenraum und Dachhaut. Der Nachweis ist häufig 12 bis 18 Seiten lang, das Honorar bewegt sich zwischen 590 und 990 Euro, die Bearbeitung dauert üblicherweise fünf bis sieben Werktage. Damit ist der Nachweis bauantragsfertig und kann der Bauaufsichtsbehörde direkt vorgelegt werden.

Vier Schutzziele

Worauf der Nachweis im Kern hinausläuft

Die Landesbauordnungen formulieren in der Generalklausel des Brandschutzparagrafen vier Schutzziele. Jede Anforderung an Bauteile, Rettungswege und Nutzung lässt sich aus einem dieser Ziele ableiten.

Brandentstehung verhindern

Geeignete Materialien, geprüfte Installationen, Schottungen an Durchführungen, ausreichende Abstände zu Zündquellen.

Ausbreitung begrenzen

Brandabschnitte, Feuerwiderstand der Wände und Decken, Brandwände an Gebäudegrenzen, Schottung von Schächten.

Rettung sichern

Zwei voneinander unabhängige Rettungswege, ausreichend dimensionierter Treppenraum, gesicherte notwendige Flure.

Löscheinsatz ermöglichen

Anfahrt der Feuerwehr, Aufstell und Bewegungsflächen, Löschwasser, Zugänglichkeit der Räume.

Pflicht

Wann ist ein Brandschutznachweis erforderlich?

Die Antwort liefert das Bauordnungsrecht des jeweiligen Bundeslandes. Im Wohnungsbau ist der Nachweis bei nahezu jedem genehmigungspflichtigen Vorhaben Pflicht, im Bestand zusätzlich bei wesentlichen Änderungen oder Nutzungsänderung.

Verfahrensfreie Vorhaben sind nicht automatisch nachweisfrei. Auch bei Genehmigungsfreistellung bleibt das materielle Bauordnungsrecht anwendbar, der Bauherr ist verantwortlich, die Anforderungen einzuhalten. Bei einer späteren Begehung oder bei Schadensfällen wird die Behörde die Einhaltung prüfen. Ein dokumentierter Brandschutznachweis schützt deshalb auch in Verfahren, in denen er nicht vorab eingereicht werden muss.

Neubau Einfamilienhaus

Tabellarischer Nachweis als Bauvorlage. In den meisten Ländern Bestandteil des Bauantrags, in einigen erst zur Baubeginnsanzeige.

Mehrfamilienhaus ab GK 3

Anforderungen steigen, Treppenraum als notwendiger Rettungsweg, F30 oder F60 tragend, Brandwände zwischen Einheiten.

Anbau und Aufstockung

Bei wesentlichen Änderungen prüft die Bauaufsicht die Brandschutzsituation neu, der Nachweis muss das Bestandsgebäude einbeziehen.

Nutzungsänderung

Wenn aus einem Lager ein Büro oder aus einer Wohnung eine Praxis wird, ändert sich die brandschutzrechtliche Bewertung. Ein neuer Nachweis ist Pflicht.

Sonderbau

Schulen, Versammlungsstätten, Verkaufsstätten, Garagen über 100 m². Hier wird im Normalfall ein Brandschutzkonzept verlangt, nicht nur ein Nachweis.

Garage und Carport

Kleine Garagen sind häufig verfahrensfrei, ab Mittelgaragen mit über 100 m² steigen die Anforderungen, regional früher.

Abgrenzung

Brandschutznachweis und Brandschutzkonzept

Die Begriffe werden im Alltag oft synonym verwendet, sie meinen jedoch unterschiedliche Bauvorlagen mit unterschiedlicher Tiefe. Der Vergleich hilft Ihnen, zu prüfen, was Ihre Bauaufsicht erwartet.

Kriterium Brandschutznachweis Brandschutzkonzept
Anwendung Wohngebäude bis GK 3, einfache Standardfälle Sonderbauten, GK 4 und 5, Abweichungen vom Regelfall
Form Tabellarisch oder konstruktiv Schutzzielorientiert, ausführlicher Bericht
Inhalt Gebäudeklasse, Bauteile, Rettungswege, Lageplan Gebäudeklasse, Schutzziele, organisatorischer Brandschutz, Kompensationen
Ersteller Bauvorlageberechtigter Entwurfsverfasser Qualifizierter Brandschutzplaner oder Sachverständiger
Prüfung Bauaufsicht, im Baugenehmigungsverfahren Prüfsachverständige für vorbeugenden Brandschutz nach Landesrecht
Umfang 5 bis 25 Seiten 20 bis 120 Seiten

Eine vertiefende Gegenüberstellung mit Anwendungsbeispielen finden Sie auf der Themenseite Brandschutznachweis oder Brandschutzkonzept.

Wann reicht ein Nachweis?

Wenn Ihr Bauvorhaben den Regelfall der Landesbauordnung trifft, also Bauteile, Rettungswege und Abstandsflächen die Tabellen erfüllen. Im Wohnungsbau bis Gebäudeklasse 3 ist das die Mehrheit der Fälle, häufig auch in Gebäudeklasse 4 ohne Holzhybrid und ohne Sicherheitstreppenraum.

Wann brauchen Sie ein Konzept?

Sobald Sie von Regelanforderungen abweichen, also etwa Brandwand verkürzen, Treppenraum vereinfachen oder Brandabschnittsfläche überschreiten. Außerdem bei allen Sonderbauten, weil Schutzziele nutzungsbezogen begründet werden müssen.

Honorar

Was kostet ein Brandschutznachweis?

Der Preis richtet sich nach Gebäudeklasse, Bruttogrundfläche, Komplexität und Bestand. Die folgende Tabelle zeigt typische Spannen, die Sie als Orientierung nutzen können. Ein Festpreis vor Beauftragung liegt im Regelfall innerhalb dieser Bereiche.

VorhabenFestpreisForm
Einfamilienhaus, GK 1 oder 2ab 390 Eurotabellarisch
Doppelhaus oder Reihenhausab 490 Eurotabellarisch
Mehrfamilienhaus, GK 3ab 690 Eurotabellarisch
Mehrfamilienhaus, GK 4ab 990 Eurotabellarisch oder konstruktiv
Anbau, Umbau oder Aufstockungab 490 Eurotabellarisch oder konstruktiv
Gewerbe oder kleiner Sonderbauab 1.200 Eurokonstruktiv, ggf. Konzept

Festpreise ohne Mehrwertsteuer, ohne Reisekosten, ohne behördliche Gebühren. Sonderbauten und Bestandsgebäude mit Abweichungen erfordern individuelle Kalkulation.

Das Honorar orientiert sich nicht an einer bundeseinheitlichen Gebührenordnung. Architektenkammern empfehlen für Brandschutzleistungen oft Zeithonorare im Bereich von 80 bis 130 Euro je Stunde, im Festpreis fließen typischerweise 4 bis 16 Stunden für Wohngebäude bis Gebäudeklasse 4 ein. Sonderbauten benötigen 20 bis 60 Stunden, je nach Komplexität. Bei sauber dokumentierten Vorlagen sinkt der Aufwand spürbar, weil Maße, Aufbauten und Nutzungen nur einmal zu erfassen sind.

Wer parallel zum Bauantrag bereits den Verkaufs- oder Beleihungswert kennen will, kombiniert den Brandschutznachweis mit einer Marktwertermittlung in Köln und Umgebung. Bank, Notar und potenzielle Käufer sehen so prüffähige Bauunterlagen und einen aktuellen Verkehrswert nebeneinander.

Für eine bundesweite Einschätzung ohne Vor-Ort-Termin lohnt zusätzlich ein Blick darauf, wie der Immobilienwert ermittelt wird, denn bauliche Nachweise wie der Brandschutznachweis fließen dort als Qualitätsmerkmal in eine fundierte Wertermittlung mit ein.

Vier Einflussfaktoren

Was den Preis bewegt

1

Gebäudeklasse

Mit jeder höheren Klasse steigen die Anforderungen an Bauteile, Treppenraum und Rettungswege. Der Aufwand für die Bewertung steigt mit.

2

Bruttogrundfläche

Größere Gebäude bedeuten mehr Bauteile, mehr Brandabschnitte und mehr Detailbetrachtungen, etwa an Treppen und Schächten.

3

Bestand und Umbau

Bei Bestandsgebäuden müssen Bauteile bewertet, Aufbauten recherchiert und Abweichungen kompensiert werden. Das kostet mehr Zeit.

4

Sonderbau

Versammlungsstätten, Schulen, Verkaufsstätten und Mittelgaragen führen zu einem Konzept mit individueller Schutzzielbewertung.

Detaillierter Kostenrechner

Indikative Spanne in 30 Sekunden

Tiefer als der Schnellcheck oben. Berücksichtigt Gebäudeklasse, Bruttogrundfläche, Bauweise und Bundesland und zeigt eine erweiterte Preisspanne mit Faktor Erläuterung.

80 m²1.000 m²2.000 m²
Indikative Spanne
690 bis 1.290
Formtabellarisch
Bearbeitung5 bis 7 Werktage
Jetzt beauftragen

Werte sind Schätzungen. Der finale Festpreis hängt von Lageplan, Grundriss und Bestandsangaben ab. Sonderbauten und besondere Konstellationen werden individuell kalkuliert.

Anforderungen

Bauteilanforderungen nach Gebäudeklasse

Wählen Sie die Gebäudeklasse, für die Sie planen. Die Tabelle zeigt die typischen Mindestanforderungen an tragende und raumabschließende Bauteile. Maßgeblich ist die jeweilige Landesbauordnung in Verbindung mit den eingeführten Technischen Baubestimmungen.

Bauteil Anforderung GK 1
Tragende Wände, Erdgeschosskeine Anforderung
Geschossdeckenkeine Anforderung
Brandwand zur GrundstücksgrenzeF30
Treppenraumwänden/a
WohnungsabschlusstürRS
Dachhautharte Bedachung
Notwendiger Flurn/a
Was bedeutet F30?

F steht für Feuerwiderstand, die Zahl gibt die Mindestdauer in Minuten an, in der das Bauteil im Brandfall seine tragende oder raumabschließende Funktion behält. F30 entspricht 30 Minuten, F60 sechzig, F90 neunzig. Der Zusatz A steht für nichtbrennbare Baustoffe, der Zusatz B für brennbare Anteile im Aufbau.

Klassifizierung nach DIN EN 13501

Europäisch werden Klassen wie REI 30, REI 60, REI 90 verwendet. R steht für Tragfähigkeit, E für Raumabschluss, I für Wärmedämmung. Die Werte ergänzen die deutschen F Klassen, sie ersetzen sie noch nicht in allen Landesbauordnungen.

Die Tabellenwerte sind die Grundlage des tabellarischen Nachweises. Wenn Sie davon abweichen, etwa indem Sie eine Holzbalkendecke statt einer Stahlbetondecke einsetzen, müssen Sie den geforderten Feuerwiderstand auf konstruktivem Weg nachweisen. Das geschieht über Zuordnung zu einer Bauteilprüfung nach DIN 4102 Teil 4, über eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung oder über eine allgemeine Bauartgenehmigung. Die Auswahl der Bezugsregel ist Teil des Nachweises und muss klar belegbar dokumentiert sein.

Aktuell

Holzbau und der zweite Rettungsweg

Die Muster Holzbaurichtlinie ist da, die Länder setzen sie unterschiedlich schnell um. Was sich beim Brandschutz verändert, lässt sich an zwei Themen festmachen.

Brettsperrholzdecken mit Kapselung K2 60 sind in vielen Bundesländern bis Gebäudeklasse 4 zugelassen. Voraussetzung: Brandüberschlag, Anschlussfugen und Installationsschächte sind sauber gelöst. Der Nachweis stützt sich dafür auf eine Bauteilprüfung oder eine allgemeine Bauartgenehmigung.

Parallel wird der zweite Rettungsweg neu diskutiert. In Berliner Hofbebauungen oder Münchner Innenstadtlagen fehlt häufig die Aufstellfläche für die Drehleiter. Bleibt nur ein baulicher zweiter Weg, etwa ein Sicherheitstreppenraum mit Druckbelüftung oder eine außenliegende Fluchttreppe.

Für Sie als Bauherr heißt das: den Brandschutz früh ins Boot holen. Eine Anpassung im Vorentwurf kostet wenig, eine Nachbesserung mitten im Genehmigungsverfahren schnell mehrere Wochen.

Ablauf

In fünf Schritten zum prüffähigen Nachweis

Ein klar strukturierter Ablauf reduziert Rückfragen und beschleunigt die Bearbeitung. So sieht der Weg aus, vom Schnellcheck bis zur Übergabe der prüffähigen PDF an den Bauantrag.

1

Schnellcheck

Vier Fragen zu Gebäudeart, Klasse, Größe und Ziel. Indikative Einschätzung in 90 Sekunden.

2

Festpreis

Verbindliches Angebot innerhalb von 24 Stunden, schriftlich, ohne Folgehonorar.

3

Unterlagen

Lageplan, Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Baubeschreibung als PDF, verschlüsselt hochgeladen.

5

Übergabe

Prüffähige PDF zum Bauantrag oder zur Baubeginnsanzeige, inklusive Hinweise zur Einreichung.

Bauteile

Was im Bauteilkatalog stehen muss

Der Bauteilkatalog ist der praktische Kern des konstruktiven Nachweises. Für jede tragende oder raumabschließende Komponente werden Aufbau, Klassifizierung und Verweis auf Prüfung oder Bauartgenehmigung dokumentiert. Eine spezialisierte Brandschutz Software verkürzt diesen Schritt erheblich, weil geprüfte Bauteile aus der Bibliothek übernommen werden können.

Tragende Wand

Kalksandstein 17,5 cm verputzt erreicht F90 A. Holzständerwand mit Beplankung 2x12,5 mm GKF beidseitig erreicht F30 B.

Decke

Stahlbetondecke 18 cm erreicht F90 A. Holzbalkendecke mit Beplankung und Estrich erreicht F30 oder F60 B abhängig vom Aufbau.

Dach

Harte Bedachung gegen Flugfeuer, ergänzend Anforderungen an Dachgeschossdecke und Traufkasten bei Reihenhäusern.

Türen

Wohnungsabschluss als rauchdichte selbstschließende Tür, Treppenraumtüren oft T30 RS, Sonderfälle T90 in Garagenbereichen.

Treppe

In notwendigen Treppenräumen tragend in nichtbrennbar, Stufen formstabil, Geländerhöhe und Mindestbreiten nach Landesrecht.

Material

Baustoffklassen verstehen

Jeder Baustoff wird hinsichtlich Brennbarkeit eingestuft. Die Klasse hat Einfluss auf zulässige Aufbauten und auf Anforderungen an Verkleidungen.

A

Nichtbrennbar

Beton, Kalksandstein, Mauerziegel, Mineralfaser. Pflicht in Treppenräumen ab Gebäudeklasse 4.

B1

Schwer entflammbar

Behandeltes Holz, viele Dämmstoffe, Zwischendecken. Häufig in notwendigen Fluren.

B2

Normalentflammbar

Konstruktionsholz, viele Bodenbeläge. Standardklasse im Wohnungsbau, eingeschränkt in Treppenräumen.

B3

Leicht entflammbar

Im Bauwesen ohne Verbund grundsätzlich nicht zulässig. Zulässig nur in Verbindung mit nichtbrennbaren Schichten.

Praxis

Drei Fälle aus dem Tagesgeschäft

Anonymisiert, mit typischen Eckdaten. Personen und Firmennamen bleiben außen vor.

Einfamilienhaus, GK 1

Freistehendes Einfamilienhaus, Neubau, Oldenburg

Ein freistehendes Einfamilienhaus mit 145 m², angebauter Garage und teils hinterlüfteter Holzfassade. Als freistehendes Gebäude unter 7 Meter zählt es zu Gebäudeklasse 1. Der tabellarische Nachweis behandelt die feuerbeständige Trennwand zur Garage in F90 A, Brandsperren in der Holzfassade und die harte Bedachung gegen Flugfeuer.

Genehmigung nach gut zwei Wochen. Mehraufwand gegenüber dem reinen Einfachfall: rund 180 Euro für die beiden Details.

Mehrfamilienhaus, GK 4

Stadtvilla, vier Geschosse, sechs Einheiten

Holzhybrid, Sicherheitstreppenraum, Brettsperrholzdecken. Knackpunkt ist der Übergang von der Holzdecke zum massiven Treppenraum. Das Bauamt verlangt zusätzlich die Bauteilprüfung K2 60.

Stolperstein im Detail: eine Installationsleitung quert den Treppenraum und braucht eine Schottung mit Bauartgenehmigung. Detail nachgereicht, danach Genehmigung ohne weitere Auflagen.

Sonderbau

Kita, eingeschossig, 410 m²

Vier Gruppen, ein Bewegungsraum, zentrale Garderobe. Kitas zählen baurechtlich zum Sonderbau, deshalb wird statt Nachweis ein Brandschutzkonzept geführt.

Im Mittelpunkt: Rettungswege aus jedem Gruppenraum direkt ins Freie und die Einhausung der Heizungstechnik. Honorar liegt im oberen Bereich, dafür gibt es eine rechtssichere Inbetriebnahme.

Fehlerbild

Acht Fehler, die immer wieder auftreten

Wenn Genehmigungen scheitern oder die Bauaufsicht nachfordert, sind die Ursachen häufig dieselben. Diese Liste hilft Ihnen, sie zu vermeiden.

Fehler 1

Falsche Gebäudeklasse

Höhe gemessen ab Mittel der Geländeoberfläche bis Oberkante Fußboden des höchstgelegenen Aufenthaltsraums, nicht ab Straßenniveau.

Fehler 2

Zweiter Rettungsweg fehlt

Im Innenhof ohne Aufstellfläche reicht die Drehleiter nicht. Ein zweiter baulicher Rettungsweg muss eingeplant werden.

Fehler 3

Bauteilprüfung fehlt

Holz oder Hybridaufbau ohne belegbaren Prüfnachweis ist nicht prüffähig. Bauartgenehmigung beilegen.

Fehler 4

Lageplan ohne Abstandsflächen

Brandwände werden erst durch Abstandsflächen begründet. Ein vollständiger Lageplan zeigt sie quantitativ.

Fehler 5

Schächte ohne Schottung

Installationsschächte sind Brandweiterleitungswege. Schottungen mit Verwendbarkeitsnachweis sind verpflichtend.

Fehler 6

Türen falsch klassifiziert

Wohnungsabschlusstüren sind selten T30, sondern dichtschließend rauchdicht. Anforderung exakt benennen.

Fehler 7

Nutzungsänderung ignoriert

Aus Wohnen wird Praxis, aus Lager wird Verkauf. Die brandschutzrechtliche Bewertung ändert sich, oft mit erheblichen Folgen.

Fehler 8

Bestand unerwähnt

Aufstockung oder Anbau verändert den Bestand. Der Nachweis bezieht sich auf das Gesamtgebäude, nicht nur auf das neue Bauteil.

Die Liste lässt sich verlängern, doch die wirtschaftliche Logik bleibt gleich: Jeder Befund führt zu einer Nachforderung, einer Korrektur und damit zu einer Verzögerung von zwei bis sechs Wochen im Verfahren. Ein gründlicher Nachweis am Anfang spart deshalb mehr Zeit, als nachträgliche Optimierungen je hereinholen können. Wer den Nachweis auslagert, sollte daher Wert auf Erfahrung im konkreten Gebäudetyp legen, nicht allein auf den günstigsten Festpreis.

Recht und Norm

Was den Brandschutznachweis trägt

Der Nachweis stützt sich auf vier Bezugsebenen, die ineinander greifen. Wer sie kennt, versteht, warum manche Anforderungen verhandelbar sind und andere nicht.

Landesbauordnung

In jedem Bundesland eigenes Gesetz, etwa BauO NRW, BayBO, NBauO, LBO BW. Regelt Pflicht zur Bauvorlage, Gebäudeklasse, Anforderungen, Bauvorlageberechtigung.

Bauvorlagenverordnung

Welche Unterlagen mit dem Bauantrag einzureichen sind, in welcher Form und welchem Maßstab. Beispielhaft regelt sie Brandschutznachweis als § 3 Nr 5 in der bayerischen BauVorlV.

Verwaltungsvorschriften und Sonderbauverordnungen

Versammlungsstätten, Verkaufsstätten, Beherbergungsstätten, Garagen, Schulen werden über eigene Verordnungen detailliert.

Eingeführte Technische Baubestimmungen

Verweis auf DIN 4102, DIN EN 13501, Muster Holzbaurichtlinie, Leitungsanlagen Richtlinie. Diese Werke regeln die technischen Details der Klassifizierung und Ausführung.

Mustergliederung

So ist ein Brandschutznachweis aufgebaut

Die folgende Gliederung gilt im Wohnungsbau für den tabellarischen Nachweis. Bei Sonderbauten erweitert sich das Inhaltsverzeichnis um Kapitel zu Schutzzielen und organisatorischem Brandschutz.

Eine saubere Gliederung erleichtert die Prüfung in der Bauaufsichtsbehörde. Wer Kapitel, Tabellen und Anhänge konsistent benennt, hält auch komplexe Sachverhalte in einer halben Stunde Lesezeit nachvollziehbar. Und die feste Reihenfolge zahlt sich später noch einmal aus: Bei der Ausführungsplanung oder auf der Baustelle ist eine Detailangabe sofort wieder auffindbar.

  1. Deckblatt mit Bauvorhaben, Bauherr, Erstellungsdatum, Aussteller
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Bauliche Beschreibung und Lage
  4. Einstufung nach Gebäudeklasse
  5. Abstandsflächen und Brandwand
  6. Tragende und raumabschließende Bauteile
  7. Rettungswege, erster und zweiter
  8. Treppenraum, notwendiger Flur, Aufzüge
  9. Anlagentechnischer Brandschutz, sofern relevant
  10. Anforderungen an Bedachung und Außenwände
  11. Hinweise zur Baubeginnsanzeige
  12. Bauteilkatalog als Anhang
Beispiel Deckblatt

Bauvorhaben: Neubau Doppelhaus, Bauherr: Initialen anonymisiert, Bauort: Beispielweg 12, Aussteller: Bauvorlageberechtigter Architekt B Sc, Erstellungsdatum: 12-04-2026.

Bauteil W2

Tragende Innenwand EG

  • Funktion: tragend, raumabschließend
  • Aufbau: KS 17,5 cm, beidseitig Putz 15 mm
  • Klassifizierung: F90 A nach DIN 4102 Teil 4
  • Verwendbarkeit: geregelt nach LTB
Bauteil T1

Wohnungsabschlusstür

  • Funktion: rauchdichter Abschluss
  • Klassifizierung: rauchdicht und selbstschließend
  • Bauart: Werksabnahme nach DIN 18095
  • Beschlag: obenliegender Türschließer

Eine Mustervorlage als PDF sowie Beispielgliederungen finden Sie in der Themenseite Muster und Vorlage.

Auswahl

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Die Bauvorlageberechtigung ist die Grundvoraussetzung. Was danach den Ausschlag gibt, ist Erfahrung mit genau diesem Gebäudetyp, dazu klare Kommunikation und ein Festpreis, der vor der Zusage steht und nicht im Verlauf wandert.

Bauvorlageberechtigung

Eintragung in der Bauvorlageberechtigtenliste der Kammer. Architekt, Bauingenieur oder qualifizierter Bauvorlageberechtigter Innenarchitekt.

Erfahrung und Referenzen

Frage nach abgeschlossenen Projekten in Ihrer Gebäudeklasse, idealerweise im selben Bundesland. Komplexität und Bauweise sollten zur Aufgabe passen.

Festpreis und Kommunikation

Schriftliches Angebot vor Beauftragung. Klare Zusagen zu Bearbeitungszeit, Erreichbarkeit und Anzahl der Korrekturschleifen.

Die Bauvorlageberechtigung ist landesrechtlich geregelt und nicht überall identisch. In manchen Ländern dürfen auch Innenarchitekten oder bestimmte Handwerksmeister Bauvorlagen einreichen, allerdings mit Einschränkungen auf Gebäudeklasse und Nutzung. Bei Sonderbauten und ab Gebäudeklasse 4 verlangt das Landesrecht häufig zusätzlich einen Fachplaner oder Sachverständigen für vorbeugenden Brandschutz. Achten Sie deshalb darauf, dass die qualifizierende Eintragung explizit zum Vorhaben passt.

Ein praktikabler Indikator für gute Zusammenarbeit ist die Art der Rückfragen vor dem Festpreis. Wer ohne Lageplan und Grundriss einen Pauschalpreis nennt, signalisiert wenig Sorgfalt. Wer dagegen Maße, Geschossigkeit, Nutzungseinheiten und Bestandsfragen klärt, schafft die Grundlage für ein Honorar, das im Verlauf nicht mehr nachverhandelt werden muss.

Regional

Brandschutznachweis in den Bundesländern

Inhaltlich gibt es bundesweit ein einheitliches Bild über die Musterbauordnung als Vorlage. Im Detail prägen Landesbauordnung, Bauvorlagenverordnung und Verwaltungsvorschriften die Anforderungen.

BundeslandBauordnungBesonderheit Brandschutznachweis
Baden WürttembergLBO BWTabellarischer Nachweis als Anlage zur Baubeginnsanzeige bei einfachen Wohngebäuden
BayernBayBOBauVorlV § 3 Nr 5, ab GK 4 Prüfsachverständige für vorbeugenden Brandschutz
BerlinBauO BlnSonderbauten ab 22 m mit Hochhausrichtlinie
BrandenburgBbgBOBauvorlagenverordnung detailliert die Anlagen
BremenBremLBOVerfahrensfreie Vorhaben dennoch materiell anforderungspflichtig
HamburgHBauOWohnungsbau in Holzhybrid mit eigenständiger Holzbaurichtlinie
HessenHBOBrandschutzkonzept ab Sonderbau mit Versammlungsstätten Verordnung
Mecklenburg VorpommernLBauO MVBauvorlagenverordnung mit klarer Trennung Nachweis und Konzept
NiedersachsenNBauOTabellarischer Nachweis bei einfachen Vorhaben, Bauvorlagenverordnung 2012 Bezug
Nordrhein WestfalenBauO NRWSonderbau ab Verkaufsstätten 800 m², Versammlungsstätten 200 Personen
Rheinland PfalzLBauO RLPBrandschutzdienststelle der Kreisverwaltung wirkt mit
SaarlandLBO SaarGenehmigungsfreistellung für Wohngebäude bis GK 3, Nachweis materiell weiter Pflicht
SachsenSächsBOBrandschutznachweis durch Bauvorlageberechtigte, ab GK 4 Prüfingenieur
Sachsen AnhaltBauO LSABrandschutznachweis bei Sonderbau als Brandschutzkonzept
Schleswig HolsteinLBO SHVereinfachtes Verfahren für Wohngebäude bis GK 3
ThüringenThürBOBauvorlagenverordnung detailliert Form und Inhalt

Übersicht ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Stand der Bauordnungen und Verordnungen ändert sich. Maßgeblich ist die jeweils aktuelle Fassung.

Auch wenn die Musterbauordnung als gemeinsamer Rahmen gilt, lohnt sich vor jedem Vorhaben ein Blick in das landesrechtliche Detail. Bei der Höhenermittlung, bei der Definition der Nutzungseinheit oder bei der Frage, ob der Nachweis Teil des Bauantrags oder erst der Baubeginnsanzeige ist, weichen die Länder spürbar voneinander ab. Auf diese Punkte achten erfahrene Brandschutzplaner ebenso wie auf die kommunale Praxis der unteren Bauaufsichtsbehörde, die in Auslegungsfragen das letzte Wort hat.

Verfahrenstypen

Drei Wege durch das Bauordnungsrecht

1

Vereinfachtes Verfahren

Für Wohngebäude bis Gebäudeklasse 3 in fast allen Ländern. Bauaufsicht prüft eingeschränkt, Brandschutzverantwortung bleibt beim Bauherrn beziehungsweise Entwurfsverfasser. In Niedersachsen häufig mit Einreichung des Nachweises erst zur Baubeginnsanzeige.

2

Standardverfahren

Bei Sonderbauten, ab Gebäudeklasse 4 oder 5. Volle Prüfung mit Brandschutzdienststelle, in Bayern und einigen weiteren Ländern unter Mitwirkung eines Prüfsachverständigen für vorbeugenden Brandschutz.

3

Freistellung und Kenntnisgabe

Genehmigungsfreistellung in Bayern und Hessen, Kenntnisgabeverfahren in Baden Württemberg nach § 51 LBO BW. Wohngebäude in qualifiziert beplanten Gebieten ohne förmliche Genehmigung. Materielle Brandschutzpflicht bleibt unverändert bestehen.

Regionale Schwerpunkte

Was in einzelnen Bundesländern besonders ist

Brandschutzdienststelle

In Nordrhein Westfalen und Rheinland Pfalz wirkt die Brandschutzdienststelle der Kreise mit eigener Stellungnahme zu Aufstellfläche, Anfahrt und Löschwasser. Frühe Vorabstimmung verkürzt das Verfahren.

Hochhausrichtlinie

Ab 22 Meter Oberkante Fußboden des höchstgelegenen Aufenthaltsraums greifen Sicherheitstreppenraum, Druckbelüftung, Brandmeldeanlage Kategorie 1 und Brandfallsteuerung der Aufzüge. Häufig in Berlin und Frankfurt.

Sicherheitstreppenraum

In Innenstadtlagen mit Hofbebauung ohne Aufstellfläche der Drehleiter ist der Sicherheitstreppenraum mit Vorraum und Druckbelüftung die typische Antwort auf den zweiten Rettungsweg. Häufig in Berlin und München.

Baubeginnsanzeige

In Niedersachsen und Baden Württemberg darf der Brandschutznachweis bei einfachen Wohngebäuden erst zur Baubeginnsanzeige eingereicht werden. Inhaltlich muss er aber bereits zur Genehmigungsplanung fertig sein.

Praxis Tipp

Vor jedem Vorhaben lohnt sich eine kurze Vorabstimmung mit der unteren Bauaufsichtsbehörde des Bauorts. Sie kennt die kommunale Praxis und nennt frühzeitig die Punkte, an denen Ihr Konzept besonders genau sein sollte. Eine schriftliche Notiz aus diesem Gespräch sichert Sie ab und reduziert das Risiko späterer Nachforderungen.

Selbsttest

Welche Gebäudeklasse trifft auf Ihr Vorhaben zu?

Fünf Fragen zu Höhe, Anbau, Nutzungseinheiten und Fläche. Am Ende sehen Sie die Gebäudeklasse mit Verweis auf die passende Themenseite.

Frage 1 von 5 20 %
Höhe der Oberkante Fußboden des höchstgelegenen Aufenthaltsraums über Geländeoberfläche?
Synergien

Was zum Brandschutznachweis dazugehört

Eine Baugenehmigung verlangt mehr als einen Nachweis. Wärmeschutz, Schallschutz, Energieausweis, Heizlastberechnung, Lüftungskonzept. Wenn Sie diese Dokumente parallel beauftragen, sparen Sie Schnittstellenkosten.

  • Brandschutz und Wärmeschutz, Wandaufbauten konsistent
  • Energieausweis und Heizlast, Bedarf zur Anlagentechnik
  • Schallschutz und Bauteile, Trittschall und Luftschall
FAQ

Häufige Fragen zum Brandschutznachweis

Wann ist ein Brandschutznachweis erforderlich?

Bei fast jedem genehmigungspflichtigen Vorhaben. Wohngebäude in den Gebäudeklassen 1 bis 3 kommen mit einem tabellarischen Nachweis aus, ab Gebäudeklasse 4 oder bei einem Sonderbau wird das Konzept umfangreicher und schutzzielorientierter.

Wer darf einen Brandschutznachweis erstellen?

In den Gebäudeklassen 1 bis 3 reicht der bauvorlageberechtigte Entwurfsverfasser, das ist meist ein Architekt oder Bauingenieur. Ab Gebäudeklasse 4 sowie bei Mittel und Großgaragen oder Sonderbauten kommt ein qualifizierter Brandschutzplaner oder Prüfsachverständiger dazu, je nach Landesrecht.

Was kostet ein Brandschutznachweis?

Einfamilienhaus zwischen 390 und 890 Euro, Mehrfamilienhaus zwischen 690 und 1.690 Euro, Gewerbe und Sonderbau ab 1.200 Euro. Die genaue Höhe hängt von Gebäudeklasse, Bruttogrundfläche und Komplexität ab. Den Festpreis bekommen Sie vor Beauftragung schriftlich.

Was ist der Unterschied zwischen Brandschutznachweis und Brandschutzkonzept?

Der Nachweis wendet die Bauordnung tabellarisch auf Ihr Vorhaben an. Ein Konzept geht weiter, beschreibt Schutzziele, Kompensationen und organisatorische Maßnahmen wie Brandschutzordnung oder Räumungspläne. Konzepte sind bei Sonderbauten und größeren Vorhaben üblich.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Lageplan mit Abstandsflächen, Grundrisse aller Geschosse, Schnitte und Ansichten plus Baubeschreibung mit Nutzung und Personenzahl. Bauteilangaben zu Wänden, Decken und Dächern sind auch wichtig. Wenn Sie das digital haben, können wir direkt loslegen.

Wie lange dauert die Erstellung?

Sind die Unterlagen vollständig, liegt der prüffähige Nachweis nach fünf Werktagen vor. Bei komplexen Vorhaben oder Sonderbauten dauert es länger, weil Bauteildetails und Abweichungen einzeln dokumentiert werden müssen. Rückfragen aus dem Bauamt verlängern die Zeit zusätzlich.

Reicht ein tabellarischer Nachweis?

Ja, wenn Ihr Vorhaben die Regelanforderungen der Bauordnung ohne Abweichung erfüllt. Wollen Sie eine Brandwand verkürzen oder den Treppenraum vereinfachen, brauchen Sie einen konstruktiven oder schutzzielorientierten Nachweis. Den klassifiziert die Bauaufsicht dann strenger.

Gilt der Brandschutznachweis bundesweit?

Inhaltlich ähneln sich die Bauordnungen stark, weil sie alle aus der Musterbauordnung abgeleitet sind. Im Detail weichen die Länder bei Schwellen und Vorlagepflichten ab. Der Nachweis wird daher passend für das Bundesland Ihres Bauorts, von Bayern bis Schleswig Holstein.

Was passiert bei einem fehlenden Brandschutznachweis?

Ohne vollständigen Brandschutznachweis erteilt die Bauaufsicht keine Baugenehmigung beziehungsweise gibt keine Freigabe für die Baubeginnsanzeige. Bei Bestandsgebäuden kann eine Nachforderung im laufenden Verfahren oder bei Nutzungsänderung erfolgen.

Bereit für den Brandschutznachweis?

Starten Sie den Schnellcheck und erhalten Sie eine indikative Einschätzung in 90 Sekunden. Festpreis innerhalb von 24 Stunden, keine versteckten Kosten.

Glossar

Begriffe rund um den Brandschutznachweis

Eine kompakte Übersicht der wichtigsten Begriffe, mit Anker pro Eintrag, damit Sie aus dem Nachweis oder aus einem anderen Artikel direkt darauf verlinken können.

Brandschutznachweis: Bauvorlage nach Landesbauordnung, die belegt, dass ein Vorhaben die brandschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt.
Brandschutzkonzept: Schutzzielorientierter Nachweis für das gesamte Gebäude, häufig bei Sonderbauten oder bei Abweichung von Regelanforderungen.
Gebäudeklasse: Einstufung nach Höhe, Nutzungseinheiten und Fläche, regelt Anforderungen an tragende und raumabschließende Bauteile.
Feuerwiderstandsklasse: Klassifizierung nach DIN 4102 oder DIN EN 13501, beschreibt Dauer der Tragfähigkeit, Raumabschluss und Wärmedämmung im Brandfall.
Rettungsweg: Weg zur Selbstrettung und Fremdrettung, baulich oder über Geräte der Feuerwehr, mindestens zwei Wege je Nutzungseinheit.
Baubeginnsanzeige: Anzeige bei der Bauaufsichtsbehörde, normalerweise mit beigefügten Bauvorlagen wie Brandschutznachweis.
Sonderbau: Gebäude mit besonderer Art oder Nutzung, etwa Versammlungsstätten, Schulen, Verkaufsstätten, mit erhöhten Brandschutzanforderungen.
Bauvorlage: Sammelbegriff für die Unterlagen, die einem Bauantrag beigefügt werden müssen.
Lageplan: Maßstäblicher Plan mit Grundstück, Abstandsflächen und Anfahrt, Pflicht für jede Bauvorlage.
Bauteilanforderung: Tabellarisch geregelte Anforderungen an Wand, Decke, Dach, Stütze und Treppe, abhängig von Gebäudeklasse.
Tabellarischer Nachweis: Form des Brandschutznachweises, der die Anforderungen direkt aus Tabellen der Landesbauordnung übernimmt.
Konstruktiver Nachweis: Nachweis über die konkrete Bauteilausführung, etwa über Wandaufbauten und Befestiger nach DIN 4102 Teil 1.
Brandabschnitt: Räumlicher Bereich, der durch raumabschließende Bauteile gegen andere Bereiche abgegrenzt ist.
Brandwand: Wand mit Feuerwiderstand und Mindeststandsicherheit, häufig zwischen Gebäuden oder Brandabschnitten.
Feuerschutzabschluss: Tür oder Klappe mit Feuerwiderstand, etwa T30 oder T90, abgestimmt auf Anforderung an die Wand.
Rauchschutztür: Tür mit Anforderung an Rauchdichtigkeit, oft in Treppenräumen und notwendigen Fluren.
Notwendiger Flur: Flur, der dem ersten Rettungsweg dient, mit besonderen Anforderungen an Wand, Decke und Türen.
Treppenraum: Vertikaler Erschließungsraum, der zugleich Rettungsweg ist, mit hohen Brandschutzanforderungen.
Bauvorlageberechtigung: Berechtigung, Bauvorlagen zu unterschreiben, geregelt in den Architekten und Ingenieurkammergesetzen der Länder.
Prüfsachverständiger: Anerkannter Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz, prüft Nachweise bei Sonderbauten und ab Gebäudeklasse 4 oder 5 nach Landesrecht.
Über den Autor

Burak Uzun

Betreiber, redaktionelle Verantwortung · Köln

Verantwortlich für Recherche und Aufbereitung der Inhalte zum Brandschutznachweis nach Landesbauordnungen, MBO und DIN 4102/EN 13501.

Anbieter und Impressum Kontakt Stand: 11. Juni 2026
Methodik

Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung

Quellenbasis
  • VV TB Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen
  • Sonderbauverordnungen (SBauVO NRW, VStättVO)
  • Musterbauordnung MBO
  • Landesbauordnungen der 16 Bundesländer
  • DIN EN 13501 Klassifizierung
  • DIN 4102 Brandverhalten
Aktualisierung

Inhalte werden überprüft, wenn sich Vorschriften, Normen oder Förderlogik ändern. Stand dieser Seite: 11. Juni 2026.

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